Sechster Tag

Oder: wie fühlt es sich Zuhause an?

Als ich aufwache, bekomme ich erst mal zu trinken. Dann geht es wieder runter ins Wohnzimmer und Papa nimmt mich auf den Arm. Nach kurzem Kuscheln legt mich Papa wieder in meine Decke mit den Rollen rundherum auf das Sofa. Hier chille ich und erkunde weiter meine Umgebung.

Es dauert auch gar nicht lange und meine Schwester ist wieder da! Sie begrüßt mich immer so lieb und spricht mit mir was ich total mag. Habe ich bereits gesagt, dass ich ihre Stimme sehr leiden kann?

Heute passiert schon wieder was, was ich nicht kenne! Auf einmal ist eine mir noch unbekannte Frau gekommen. Noch höre ich nur ihre Stimme. Sie redet ganz viel mit Mama. Dann hebt mich Mama von meiner Decke und legt mich auf das Sofa und ich protestiere dagegen! Ohne mein Kuscheldecke gefällt mir das gar nicht! Aber dann streichelt mich die Frau. Dadurch komme ich wieder zur Ruhe. Sie zieht mich erst mal aus und macht meinen Bauchnabel bzw. die Nabelschnur sauber. Das wiederrum gefällt mir nicht so und ich lasse sie das auch wissen. Zum Glück geht das aber schnell und sie zieht mir eine frische Windel an. Dann komme ich in eine andere Decke und werde in dieser hochgehoben – ich glaube die wiegen mich gerade! Anscheinend wiege ich 3920 Gramm. So viel wog ich doch zur Geburt schon – ist das jetzt gut so?! Ich glaube schon, da Mama und die Frau ein sehr zufriedenes Gesicht machen.

Dann werde ich wieder angezogen und von allen Seiten begutachtet. Was die wohl von mir hält? Zum Glück kann ich dann wieder in meine Decke und ich schlafe auch ziemlich schnell wieder ein. Sowieso bin ich heute recht müde und schlafe was das Zeug hält! Den Besuch einer weiteren Frau bekomme ich gar nicht richtig mit. Die werde ich bestimmt an einem anderen Tag noch mal wiedersehen. Da mach ich mir gar kein Stress und bleib einfach liegen. Als ich dann Hunger habe, darf ich auch wieder an die Brust, aber bekomme aus den Augenwinkeln die Frau mit. Ich glaube, ich habe die beiden Stimmen noch eine ganze Weile gehört. Auch die von meiner Schwester und von Papa. Zum Wachsein habe ich aber heute nicht recht Bock und penne einfach. Bis zum Abend mache ich auch nix anderes außer Trinken und Schlafen. Zu mehr bin ich heute nicht zu gebrauchen.

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