Dezember

Es wird deutlich kälter – das merke ich spätestens, wenn es herausgeht. Ich werde immer mehr „eingepackt“. Ich habe mehrere echt schicke Anzüge die mich kuschelig warm halten. Und ein Schaffellschlafsack der in meinem Kinderwagen liegt. Darin fühle ich mich pudelwohl 🙂
Im Wohnzimmer haben Mama und Papa eine tolle Lichterkette aufgehängt. Und draußen am Fahrradhäuschen ebenfalls. In der Küche hat Mama einen tollen Stern an das Fenster gehängt. Toll wie das alles leuchtet und funkelt! Ganz spannend finde ich auch die Installation im Flur. Da hat Mama zuerst einen großen Ast an das Treppengeländer gemacht und diesen dann toll dekoriert. Der Ast hat auch Lichterketten und dient jetzt noch als Adventskalender für meine Schwester. Da hängen tolle Geschenke dran! Bekomme ich da auch was ab?

Seit ein paar Tagen bin ich mit Mama alleine. Wir sind von Papa nach Lübeck gebracht worden. Hätte ich gewusst, dass ich Miki und Papa so lange nicht mehr sehe, hätte ich mich bestimmt von Ihnen verabschiedet…
Ich bin mit Mama in einem riesigen Krankenhaus. Mit Mama teile ich ein winziges Zimmer aber ich kann, wie Zuhause, auch direkt neben Mama schlafen.

Ich werde an ganz vielen, leider nervigen, Kabeln angeschlossen und fast ständig piepst es. Das macht mich nervös und unruhig. Denn kommen auch immer wieder fremde Leute ins Zimmer. Ab und an werde ich untersucht. Keine Ahnung was die wollen aber ich habe ja Mama. Solange die dabei ist, kann es nichts Schlimmes sein.

Dann kommt aber jemand den ich kenne: Kathrin – meine Patentante (Anmerkung von Papa: sie arbeitet im UKSH). Das ist toll. Endlich mal wieder jemand der mich auf den Arm nimmt und mit mir spielt. Nicht, dass es mit Mama langweilig ist aber ich liebe Abwechslung und Neues. Da fahre ich total drauf ab! Neue Dinge schaue ich mir auch ganz genau an und drehe sie so, dass ich sie von allen Seiten betrachten kann. Man(n) muss ja schließlich wissen, was man da in der Hand hat! Wofür die Dinge gut sind, interessiert mich dagegen weniger. Spannend finde ich die Dinger die Mama und Papa immer wieder in der Hand halten. Die leuchten so schön und manchmal halten Mama und Papa sich die Dinger ans Ohr und sprechen da rein. Heute Abend kann ich Melikes und Papas Stimme hören und ich kann sie sogar in dem Ding erkennen! Aber die sind ja total winzig da drin? Und wie kommen die da rein? Am nächsten Morgen ist da sogar Oma drin! Haben die da überhaupt alle Platz indem kleinen Ding? Das kommt mir ein wenig komisch vor und ich fange mal zur Sicherheit an zu weinen. Man weiß ja nie! Und ich mag Oma, Melike und Papa lieber in groß! So klein können die mich ja gar nicht mehr auf den Arm oder Schoß nehmen!

Die Nächte hier sind doof. Dieses ständige gepiepse geht mir voll auf den Zeiger! Ich schlafe nicht gut und muss oft heulen. Ich will nach Hause! Und Mama auch. Endlich wieder mit allen im Wohnzimmer spielen, kuscheln und chillen – ach herrlich! Alleine der Gedanke beruhigt mich wieder. Hoffentlich geht es bald nach Hause.

Aber eines finde ich doch toll: mein rechtes Auge hatte ja so eine dicke Stelle… die scheint weniger zu werden. Mama sagt auch, dass sie nicht mehr so blau aussieht. Aber ich schaue selten in den Spiegel und eigentlich nervt mich auch mehr die Schwellung. Wie gut, dass die weniger wird! Vielleicht ist dass der Sinn dieses Aufenthaltes?

Alles hat ein Ende und unser Aufenthalt im Krankenhaus zum Glück auch! So lange war es gar nicht. Mama packt alle Sachen ein und wir treffen Katrin noch zu einem Kaffee. Ich penne im Kinderwagen. Es war anstrengend…

Wir werden von Miki und Papa abgeholt und fahren in Lübeck noch in ein großes Geschäft zum Einkaufen. Es ist unter der Woche und somit nicht so viel los. Es ist immer ein wenig lustig, wenn die Erwachsenen und Miki sich diese Dinger vor den Mund machen. Das sieht komisch aus und ich erkenne das Lachen dann nicht mehr so gut. Nach dem Einkaufen geht es dann nach Neustadt zurück aber auf der Fahrt schlafe ich ganz schnell ein. Endlich wieder zu Hause!

Mein Auge fühlt sich jetzt schon wieder richtig gut an. Ich kann auch sogar wieder besser sehen. Vorher war mein Auge und somit mein Sichtfeld ja ein wenig eingeschränkt. Aber nun wird es jeden Tag besser. Aber mir ist jetzt etwas weniger warm. Ich habe eher kalte Hände und Füße. Daher zieht mich Mama auch wärmer an. Ich bekomme zum Beispiel immer zwei Paar Socken über die Füße. Die mag ich eh leiden. Ab und an spiele ich mit meinen Füßen und kaue an meinen Socken. An meinem Schneeanzug sind bereits Handschuhe dran. Die mag ich aber nicht wirklich. Da ich aber meist im Kinderwagen schlafe, stören sie mich nur in den kurzen Wachphasen. Aber meine Finger bleiben warm. Nur an den Wangen merke ich, dass es draußen durchaus kalt ist.

Eines Tages, ist im Wohnzimmer an der Terrassentüre eine ganze Reihe Geschenke aufgebaut. Wow! Ich bin überrascht! Und da ist auch was für mich dabei! Ich hatte mich den Tag zuvor schon gewundert, dass da auf einmal Schuhe stehen? Ich denke da besteht ein Zusammenhang! Die neue Zahnbürste mag ich richtig leiden. Die stecke ich mir gleich mal in den Mund und probiere mein zwei Beißerchen zu putzen. Lohnt sich noch nicht wirklich oder ich bin schnell fertig – kann man sehen wie man will 😉 Spaß Macht es.
So oder so nehme ich ganz viele Dinge in den Mund. Damit kann ich prima prüfen, was das ist. Neue Dinge mustere ich ganz genau. Saumäßig Interessant das alles! Ich hab zwar keinen Schimmer wofür die Sachen sind, aber das ist mir auch herzlich egal. Bei manchen Sachen kommt aber Mama, Papa oder Melike und nimmt sie mir weg. Meist, wenn ich sie im Mund hatte. Ich glaube, ich darf nicht alles in den Mund nehmen…

Auf jeden Fall habe ich ganz viel Spaß am Bewegen! Ich kann meine Füße anwinkeln und fast unter den Popo ziehen. Ab und an fällt das Wort „Frosch“ wenn ich das mache. Keine Ahnung, was ein „Frosch“ ist? Aber ich komme vorwärts. Nicht schnell, aber immerhin. Bis vor ein paar Wochen ging es bei mir nur rückwärts.

Am Abend bringt mich ab und an jetzt auch Papa ins Bett. Ich schlafe auf seinem Arm ein und wenn ich aufwache, liege ich in meinem Bettchen. Nachts schlafe ich aber nicht mehr so ruhig. Vielleicht liegt das an dem Zeug, was ich seit dem Krankenhaus in Lübeck immer bekomme. Dreimal am Tag! Aber immer, wenn ich aufwache, ist Mama oder Papa da. Meist die Mama. Die gibt mir dann auch gleich was zu trinken und ich schlafe dann auch meist gleich wieder ein.

Später im Dezember ist dann noch mal so ein interessanter Tag – naja eigentlich sind alle Tage interessant aber dieser ist so interessant, weil meine Eltern und Miki im Wohnzimmer neu dekorieren. Wir waren einen Tag zuvor im Wald und es wurden Stücke gesammelt. Die hat Papa mit meiner Hilfe dann mit einer Schnur (die habe ich für ihn festgehalten) zusammengebunden. Das sah dann aus wie eine Pyramide. Die hat Papa dann an die Wand gemacht. Und darunter hat Mama meine grüne Decke gelegt. Einen Tag später hat dann die Mama mit Miki die Pyramide an der Wand noch mit so Dingern dekoriert. Und eine Lichterkette drum herumgemacht. Und ganz oben an der Spitze hat Mama dann einen Leuchtstern befestigt. Insgesamt sieht das richtig klasse aus! Ich kann mich daran richtig satt sehen!

Miki hat eine Freundin aus der Nachbarschaft. Die sehe ich nicht so oft aber jetzt spielen die beiden jeden Tag miteinander. Die spielen immer draußen und ich würde da so gerne mitmachen! Meist bin ich drin auf dem Teppich. Mal auf dem roten vor der Terrasse, mal auf dem weißen vor der Couch. Jetzt bin ich auf dem roten und will Miki genau beobachten. Ich will so schnell als möglich zur Türe und entdecke dabei das krabbeln! Mama und Papa sind total aus dem Häuschen und freue sich ganz doll. Ich weiß gar nicht was die haben? Ich finde krabbeln noch etwas gewöhnungsbedürftig und so richtig sicher bin ich dabei noch nicht. Aber die kommenden Tage werde ich das perfektionieren. Man kommt einfach besser voran!

Alle anderen hier im Haus machen das mit den Beinen aber noch mal anders. Keiner krabbelt. Die laufen alle. Das scheint mir auch wirklich eine effiziente Art der Fortbewegung zu sein. Ich halte mich dazu gelegentlich an Gegenständen fest und ziehe mich hoch. Das ist aber noch ziemlich wackelig und ich falle ab und an um. Nicht immer ist Mama oder Papa zur Stelle um mich aufzufangen und dann dutze ich schon mal auf. Das ist leider alles andere als angenehm. Das Aufstehen wird aber dennoch weiter ausprobiert. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht auch noch schaffe.

Am Abend dann ist schöne Stimmung. Ich war noch mit Miki und Papa draußen. Wir sind noch mal um den Block gelaufen. Im Haus ist ganz wenig Licht aber der Baum leuchtet im Wohnzimmer. Wir gehen alle rein und es läuft schöne Musik. Und unter dem Baum sind ganz viele Dinge in tollen und schönen Verpackungen. Fast wie vor ein paar Wochen. Da hatten wir das ja schon mal. Ist da wieder was für mich dabei?

Oh ja! Und für Miki, die Mama und den Papa! Alle packen sie fleißig diese Dinge aus und freue sich darüber. Ich kann noch nicht so wirklich was damit anfangen aber das macht auch nichts. Ich finde es toll und habe meinen Spaß! Danach gibt es wieder was Leckeres zu Essen und dann bringt mich Papa ins Bett. Das macht er zurzeit immer häufiger. Er schaukelt mich auf dem Arm und je nachdem wie schläfrig ich bin, läuft er noch mit mir rum oder nicht. Meist bin ich bereits sehr müde und es dauert nicht lange.

Meine Mama hat mit dem Papa das Zimmer umgebaut! Jetzt steht mein Bett an einer anderen Stelle und es ist auch irgendwie geschrumpft. Na ja nicht wirklich aber die Matratze ist tiefer. Ich kann jetzt gar nicht mehr über den Rand schauen! Fies. Aber die neue Aufteilung im Zimmer finde ich toll. Gleich mal mehr Platz hier.

November

Ich werde nicht nur älter, ich immer mehr zu und werde länger und länger. Da ich mich so gerne bewege, werde ich auch immer kräftiger. Ich liege gerne auf dem Bauch und stemme mich dann in einen Kniestand. In diesem bewege ich mich hin und her und trainiere so meine Muskeln. Ich kann nun auch langsam rückwärts ruckeln. Da ich aber nach hinten nichts sehen kann, kommt es schon mal vor, dass ich zum Beispiel mit meinen Füßen unter das Sofa gerate. Aber auch die anderen Hindernisse im Wohnzimmer sind mir so gesehen nicht unbekannt 😉
Ab und an schaffe ich es auch in eine richtige Liegestütze. Die ist zwar anstrengend aber macht Spaß! Man hat einfach einen anderen Blick auf seine Umgebung. Mama ermutigt mich immer, mich umzudrehen oder eben auch vorwärts zu robben – aber vorwärts klappt noch nicht 🙁
Allerdings habe ich es bereits mehrfach und vor allem zielsicher geschafft, mich umzudrehen. Das klappte ja schon mal aber aufgrund meiner Körperfülle war es mir eine Zeitlang nicht mehr möglich – jetzt klappt das aber wieder richtig gut!

Mein zweiter Zahn ist mittlerweile auch komplett draußen. Zähneputzen muss ich aber deshalb (noch) nicht. Ich bin mir auch recht sicher, dass da noch mehr kommen werden. Auf jeden Fall habe ich immer wieder rote Backen und viel Speichel.

Vergangene Woche haben wir Abends einen Ausflug gemacht. Erst war es ganz toll. Wir saßen im Bus und haben noch gegessen. Dann bin ich mit meiner Mama in ein Krankenhaus gegangen. Dort mussten wir erst lange warten. Ich war schrecklich müde aber vor lauter Aufregung konnte ich nicht schlafen. Ihr wisst ja wie neugierig ich bin – muss ja alles genauestens geprüft werden!

Dann bin ich mit Mama in einen Raum, in dem eine große Apparatur drin war, gegangen. Das war unheimlich. Ich wurde ausgezogen und eingewickelt. Ich konnte mich gar nicht mehr bewegen. Unter Protest habe ich das zugelassen – naja: ich hatte ja auch keine Chance mich zu wehren 🙁

Dann wurde ich auf ein Bett gelegt und Mama hat mich festgehalten. Aber ich konnte sie gar nicht sehen. Dann fuhr das Bett in diesen Apparat. Und es begannen voll die Lauten Geräusche. Uhhh war das unangenehm. Ich war total verängstigt und habe angefangen zu schreien. Das Klopfen hörte zwar immer wieder auf und kaum hatte ich mich einigermaßen beruhigt, ging das direkt von vorne los! Ich fand das total unheimlich und habe mich mega unwohl gefühlt. Klar habe ich die ganze Zeit gebrüllt. Mama habe ich gehört aber nicht gesehen. Leider.
Zum Glück war das ganze nach einer Dreiviertelstunde vorbei. Aber ich und Mama waren fix und alle danach. Ich bin auch ziemlich gleich eingeschlafen und erst Zuhause wieder aufgewacht. Mei, das brauche ich so schnell nicht wieder…

Oktober

Es wird kälter. Daher habe ich von Mama unter anderem eine Mütze bekommen. Die ist richtig toll. Nicht nur sieht sie super aus, sie sitzt auch hervorragend und hält mein Köpfchen warm. Apropos warm: wir waren doch tatsächlich mal mit unserem neuen Fahrradanhänger unterwegs! Darin ist eine Hängematte installiert, in der ich liegen kann. Es schaukelt zwar während der Fahrt ab und an aber das ist angenehm und ich neige dazu einzuschlafen 😉

Mama hat mich mal mit auf die Waage genommen und mich danach abgelegt und noch mal gewogen. 7,7 kg bin ich mittlerweile schwer. Ich habe richtig gut zugelegt. Leider habe ich richtig dicke Oberschenkel und Oberarme bekommen. Und an meinen Händen sind auch schon deutliche Spuren zu erkennen, dass ich keinen Schönheitspreis mehr gewinnen kann. Aber ich bereite mich mit den Fettpolstern auf meinen nächsten Wachstumsschub vor. Der kommt bestimmt!

Ich habe mittlerweile auch schon mal andere Nahrung zu mir genommen! Die Milch von Mama ist lecker, keine Frage. Aber einen Brei oder eine Knuse von einem Brötchen finde ich unglaublich spannend! Das ist mal was Neues und wenn die ganzen anderen um mich herum das auch essen, dann will ich das auch!

Taufe
Heute war was los sag ich Euch! Wir sind wie immer früh aufgestanden und Mama, Papa und Melike haben sich richtig schick angezogen. Ich wurde auch in ganz tolle Klamotten gesteckt. Vor allem hatte ich ganz schicke und bequeme Schuhe an. Kathrin hat uns dann auch noch besucht. Und ich sage Euch: das Wohnzimmer sah vielleicht aus! Voll viele Tische auf einmal. Und mein gewohnter Platz zum Spielen war gar nicht mehr da…. Aber das war mir recht egal, weil wir eh ziemlich bald aufgebrochen sind. Nach einem kurzen Spaziergang sind wir dann in ein ziemlich großes Haus gegangen. Das hatte einen ganz großen Raum, in dem ganz viele Bänke standen. Wir haben uns ganz nach vorne gesetzt. Dort waren bzw. sind dann nach und nach mir ganz viele Bekannte Menschen aufgetaucht: Oma, Opa, Burkhardt mit Magda, Daria und Bruno und Winfried. Dann wurden wir kurz von einer Frau begrüßt deren Stimme ich schon mal gehört hatte. Bei uns zu Hause. Aber jetzt hatte sie ein schwarzes Kleid an?!
Bald darauf wurde Musik gespielt und die Frau und eine andere haben abwechselnd geredet. Ich fand das alles total spannend und habe ich viel umgeschaut. Ich saß ganz entspannt bei Mama auf dem Schoß. Dann sind alle der Familie auf einmal aufgestanden und nach vorne gegangen. Wir haben uns um ein Becken gestellt und alle haben aus Fläschchen Wasser in das Becken geleert. Vorher hatte Daria noch einen ganz schönen Spruch vorgelesen. Während wir um das Becken standen, wurde ein tolles Lied gespielt und die Frau hat wieder was gesagt. Dann hat Melike auch eine kleine Geschichte erzählt. Den habe ich schon oft zu Hause gehört, weil Melike den so oft wiederholt hat. Ich meine Mama hat gesagt, dass das der Taufspruch ist. Dann kam die Frau mit dem schwarzen Kleid und hat mir dreimal Wasser über meinen Kopf geschüttet. Zum Baden war’s auf jeden Fall zu wenig – und das macht doch Mama normalerweise? Ich bin verwirrt aber es ist flott vorbei. Wir setzten uns auch wieder und es wird wieder schöne Musik gespielt und geredet. Mir wird das so langsam zu bunt. Ich bin auch echt müde. Daher werde ich von Papa und dann von Mama auf dem Arm gehalten. Ab und an kommentiere ich meine Unlust. Aber es ist bald geschafft und wir gehen wieder nach Hause. Dort duftet es schon ganz toll aber ich fürchte, ich bekomme von dem tollen Essen wieder nichts ab 🙁 Aber zu Hause kann ich mich entspannt auf meine Decke legen und chillen.

Es ist reichlich laut hier bei so vielen Menschen. Aber auch toll! Ich freue mich echt, dass so viele da sind. Oma und Opa Kappel habe ich später noch kurz im Fernseher gesehen. Da war wieder so viel los, dass ich gar nicht so viel mitbekommen habe.

Später gehen wir noch mal raus einen kleinen Spaziergang machen. Ich schlafe ein, wache aber ein wenig später bei Oma und Opa wieder auf. Und hier ist wieder so viel los! Ich fühle mich aber sauwohl und will gar nicht schlafen.

Ein paar Stunden später gehen wir dann wieder Heim. Zu Hause überkommt mich recht schnell die Müdigkeit. Es war durchaus ein Tag mit vielen Eindrücken und ich brauche Zeit diese zu verarbeiten… Mama legt mir noch ein Schaf ins Bettchen das riecht ganz toll und ist total kuschelig. Hmmmm. Gute Nacht!

Falls kein Ton zu hören ist, ggf. das Video herunterladen: https://www.jukeroos.de/wp-content/uploads/2020/10/Taufe2.mkv (rechte Maus, speichern unter….)

Auf einem Auge sehe ich nicht so gut. Und leider habe ich unter dem Auge eine kleine Beule. Mama sagt auch, dass sie ein wenig blau ist. Wir waren daher schon bei meinem Kinderarzt, bei einem Augenarzt und sogar in der Uniklinik in Lübeck. Leider waren die Aussagen der Ärzte bisher nicht so toll. Sie wussten alle nicht genau womit ich da derzeit leben muss. Gestern war Mama mit mir in Eutin in der Klinik. Dort bin ich ja zur Welt gekommen wie ihr sicher wisst. Dort wurden wir super betreut aber ich fand die sogenannte Ultraschalluntersuchung gar nicht toll. Was habe ich dagegen protestiert! Ich habe nach Leibeskräften geschrien! Aber die haben mich einfach nicht losgelassen 🙁 Naja – aber die Untersuchung ging nicht so lange und Mama konnte mich schnell wieder beruhigen. Jetzt warten wir auf den Arzt aus der Klinik. Der wollte sich noch mal mit einem Kollegen aus Kiel beraten und sich dann melden. Na, da kommt wohl noch was auf mich zu…

September

Wir waren zu einer Feier – leider mussten wir dazu lange Auto fahren – das fand ich nicht so dolle. Ich habe oft gemeckert – warum, weiß ich gar nicht. Aber Mama war zum Glück bei mir und hat mich beruhigt. Papa ist gefahren.
In Göttingen fand ich es toll. Da waren ganz nette Leute und der Bruder von Mama hat auch ganz toll mit mir gespielt. Wir waren dort über das Wochenende. Es war noch mal richtig schön kuschelig warm. Einmal sind wir auch in die Innenstadt zum Shoppen. Papa hat neue Klamotten gekauft und Mama und Papa haben dann noch ein Eiskaffee geschlürft. Das Fahren mit dem Linienbus fand ich toll – im Gegensatz zu unserem kleinen Bus 🙁 Dort gab es viel zu schauen und durch das Brummen bin ich schnell eingeschlafen.

Ich greife mittlerweile nach allem, was in meiner Reichweite liegt. Im mag auch gerne mit Papier oder Plastik rascheln. Das ist super! Mein Spielzeug finde ich auch klasse. Wie auf dem Foto zu erkennen, kann ich die Spielzeuge jetzt auch richtig festhalten und damit spielen.

Mama trainiert ab und an mit mir, dass ich den Schnuller greife und mir selber in den Mund stecke. Das klappt noch nicht zu 100% aber ich und Mama arbeiten daran 😉 Einmal hat mich Papa dabei beobachtet wie ich den Schnuller der neben meinem Kopf lag, aufgegriffen und in meinen Mund gesteckt habe. Allerdings nicht ganz richtig: ich hatte dann den Griff im Mund 😉

Dann hatte ich meinen ersten Unfall: im Bad hat Mama einen richtig tollen Sitz der gefedert ist. So eine Art Schaukel. Bisher war das kein Problem, dass ich darin sitzen konnte, ohne angeschnallt zu sein. Aber mit zunehmendem Gewicht und Größe hat mich Mama immer mindestens einseitig angeschnallt damit ich nicht aus Versehen (oder absichtlich!!) aus dem Sitz falle. Aber weil ich in dem Sitz auch ab und an versuche meinen Oberkörper nach vorne zu bewegen und ich ja auch immer schwerer werde, bin ich doch tatsächlich mit dem gesamten Sitz nach vorne übergekippt! Mama hat sich total erschrocken, weil das richtig gut gerummst hat! Ich habe mich erschrocken und auch gleich mal angefangen zu weinen. Aber Mama hat mich gleich in den Arm genommen und da es gar nicht weh getan hat, habe ich schnell wieder damit aufgehört. Mama hat mich dennoch die kommenden Tage aufmerksamer als sonst beobachtet – ich hätte ja auch eine Gehirnerschütterung haben können. Aber das war nicht der Fall! Im Bad haben wir Teppichboden – der und mein noch weicher Kopf haben wohl schlimmeres verhindert. Aber ich passe auf, dass sowas nicht noch mal passiert! Und Mama auch!

Dann haben Mama und Papa noch das Wohnzimmer umgestellt. Man war das ein rumgeschubse von Möbeln! Aber ich finde die Anordnung der Möbel voll gemütlich. Auch der Fernseher steht jetzt woanders und ich habe eine Matratze und mein Spielzeug direkt neben eine Kommode mit meinen Wickelsachen. Das ist natürlich m-e-g-a praktisch! So liegt nicht mehr so viel rum und wenn ich dann anfange zu krabbeln, dann ist für mich ganz viel Platz und nix liegt rum. Aber bis dahin wird es noch ein wenig dauern. Ich lasse es euch wissen, wann es damit losgeht. Erwarten kann ich es jetzt schon nicht mehr!

9. bis 12. Woche

Wir sind von Göttingen am nächsten Tag noch ein wenig gefahren. Diesmal ist Papa wieder dabei. Wir sind an einem Campingplatz an einem See. Melike und Papa machen gleich mal wieder Quatsch am See.
Das gebadet werden finde ich immer noch ein wenig komisch. So richtig toll ist das nicht. Wir machen oft Ausflüge und ich werde immer schön im Kinderwagen rum geschaukelt. Und wenn es zu steil ist, dann trägt mich Mama oder Papa. Leider ist die Woche schnell rum und auf der Fahrt zurück bin ich mit Melike und Mama wieder im Trio. Auf der Rückfahrt ist es wieder heiß und ich schwitze ziemlich. Das macht mich fertig und ich falle sofort in den Schlaf.

Zu Hause fange ich an das gebadet werden zu genießen. Jetzt ist es gar nicht mehr komisch oder unheimlich.
Mama legt mich auf den Boden und stellt so ein interessantes Gestell über mich. Da hängen tolle Sachen dran, die sich bewegen. Das ist spannend! Immer wieder legt mich Mama unter dieses tolle Spiel, welches ich mit viel Hingabe spiele. Aber nach ca. 15-20 Minuten habe ich keine Lust mehr. Dann muss Abwechslung her 🙂

4. bis 8. Woche

Hui ist jetzt viel passiert! Ich bin sowas von gewachsen und bin auch viel kräftiger geworden. Die meiste Zeit verbringe ich mit Mama und Melike. Papa ist leider nicht immer da. An einem Wochenende ist er dabei und wir gehen an den Strand. Den mag ich 🙂 Dann besuchen wir noch eine Freundin von Mama in Lübeck. Da schlafe ich ganz viel in der Wohnung. Da passiert ja auch nicht viel und die Mama redet ganz viel. Das macht mich müde. Papa und Melike gehen zum Spielplatz und später gehen wir noch alle an der Wakenitz schwimmen. Aber nur kurz dann geht es wieder nach Hause

Ende Juni sind wir ganz lange im Bus unterwegs. Wir fahren nach Göttingen zu dem Bruder von Mama. Der hat auch Familie und die beiden Kinder von Ihm waren bei Oma und Opa. Die Fahrt ist gar nicht so schlimm – abgesehen von der Hitze. Ich schwitze viel, aber da Daria und Bruno mit Melike und Mama dabei sind, vergeht die Zeit echt schnell. Ich habe immer wieder Ablenkung.

In Göttingen steht ein Pool im Garten – in den darf ich allerdings noch nicht. Aber Mama und die anderen Kinder nutzen den oft. Ich kann bei der Hitze kaum schlafen, obwohl sie mich ziemlich fertig macht. Ungewohnt die Hitze.

3. Woche

Was soll ich sagen? Ich bin wunderbar umsorgt und fühle mich total wohl. Ich beginne damit, immer häufiger Geräusche von mir zu geben. Reden kann man das noch nicht nennen, aber ich antworte auf meine Art und Weise auf meine Umwelt. Ab und an „quiecke“ ich, ab und an „grunze“ ich, aber am häufigsten mache ich so „haha“ „lala“ und ähnliche Geräusche. Ich brauche auch noch gar nicht reden zu können – Mama versteht mittlerweile sehr gut was ich brauche.

Immer häufiger bewege ich mich nun auch – vor allem mein Kopf. Den hebe ich ab und an und ich bin schon richtig kräftig, wenn es darum geht, zu strampeln oder Mamas, Papas oder Melikes Finger zu halten. Auch hebe ich immer häufiger meinen Kopf. Nicht nur häufiger, sondern auch ziemlich lange. So kann ich mich besser umschauen 😉

Auch bin ich jetzt viel visueller – meine Augen habe ich nun meist ziemlich weit geöffnet. Ich sehe zwar weiterhin nur alles verschwommen und auch nur auf kurze Distanz aber ich denke auch, dass so mein Sehvermögen trainiert wird, damit ich ganz schnell auch meine Mitmenschen nicht nur am Geruch und an der Stimme, sondern auch anhand des Aussehens erkennen kann. Und es gibt ja noch sooo viel mehr zu entdecken!

Nachts schlafe ich nicht mehr so viel. Tagsüber dagegen schon. Irgendwie muss man ja auf seine Ruhestunden kommen 🙂 Meine Verdauung macht mir allerdings noch Probleme. Wobei ich gar nicht genau weiß, ob die Probleme macht. Aber ich habe immer noch einen sehr hohen Durchsatz an Windeln.

Wir haben mittlerweile auch schon ein paar mal den Strand besucht. Ich fand das Geräusch vom Wasser, den vielen Menschen und dem Wind offensichtlich so ermüdend, dass ich im Grunde die ganze Zeit geschlafen habe. Mama hat mich ab und an geweckt, sodass ich trinken konnte. Trinken ist ja sehr wichtig, wenn es so warm ist! Geweckt zu werden finde ich aber nicht so toll. Ich bin schon ein wenig morgenmuffelig.

Diese Woche bin ich auch um eine Erfahrung reicher: das erste Mal baden! So ganz geheuer war mir das allerdings nicht, muss ich gestehen. Aber es fühlte sich auch nicht unangenehm an. Irgendwie hat es Erinnerungen in mir geweckt. Woher kenne ich das Gefühl nur?
Naja – so oder so war ich danach auf jeden Fall mal wieder so richtig sauber. Und so frisch gewaschen riecht man ja auch gleich mal anders – ich glaube Mama und Papa fanden das toll.

Immer wieder legt mich Mama auf das Stillkissen. Und zwar mit dem Bauch nach unten. Dann kann ich meine Umgebung mal aus einer anderen Perspektive betrachten, außerdem kann ich meine Muskeln im Nacken trainieren. Meinen Kopf kann ich nämlich schon richtig gut anheben!

Dreizehnter und vierzehnter Tag

So, die zwei Wochen sind voll(bracht). Leider kann ich diesmal keine statistischen Daten liefern: Das Wiegen fand diese Woche nicht statt. Dafür wurde ich von Mama noch mal Fieber gemessen – aber da ist alles im grünen Bereich. Ansonsten ist es im Grunde wie immer: trinken, scheißen, schlafen. Nee halt, stimmt nicht ganz: Ich werde immer aufmerksamer, und in den Wachphase schaue ich mich viel interessierter um. Wobei mein Sehvermögen ja wirklich noch ziemlich eingeschränkt ist. Ich kenne es ja noch nicht, wie es „richtig“ sein soll, aber wenn das alles ist, was ich im Moment sehe… dann sehe ich das verschwommen :). Dafür stärke bzw. trainiere ich meine anderen Sinne! Ich höre aufmerksam zu und reagiere schon gut auf Mamas Stimme. Ich weiß ja, dass es da immer was zu trinken gibt!

Ich war auch mal wieder auf einem Ausflug! Ich war mit Mama und einer Freundin das erste Mal am Strand. Von dem hab ich aber nicht viel mitbekommen. Lag ja gemütlich in meinem Kinderwagen. Von den Geräuschen her zu urteilen mag ich den Strand jetzt schon! Und ich kann es kaum erwarten im Sand zu spielen. Das muss aufregend sein – so herumzuwühlen und Sandburgen zu bauen.

Abends werde ich oft ein wenig unruhiger. Vielleicht, weil ich mich dann nicht mehr so umschauen kann und es so ruhig ist. Ich sammle gerne neue Eindrücke.
Vielleicht aber auch einfach nur, weil es da nicht mehr alle halbe Stunde / Stunde was zu trinken gibt. Leider hat ja die Hebamme gesagt, dass achtmal am Tag genug ist. Ts! Was hat die eine Ahnung davon was mir guttut? Ich will mehr!

Zwölfter Tag

Ich wache heute Morgen auf und Mama legt mich in ihr Bett. Das finde ich auch extrem kuschelig und bald darauf kommt auch Melike dazu. Sie kuschelt mich auch oft und ich liebe das! Papa kommt nach dem Duschen auch noch dazu. So liegen wir alle vier in einem Bett! Das ist zwar etwas eng, aber auch ganz toll!

Heute kommt Monika nach dem Frühstück. Genauer gesagt, nach meinem dritten 🙂 Das erste gab’s im Bett der Mama, dann zweimal unten auf der Couch. Und bis Monika kommt, habe ich bestimmt vier Windeln vollgemacht. Mein „Durchsatz“ ist wirklich gut. Monika sagt, ich bin ein Stoffwechselkind. Aha. Und was bedeutet das? Sie sagt, dass ich als Baby viel trinken, schlafen und kacken werde. Hm. Ja, das wusste ich bereits 😉

Sie wiegt mich heute endlich wieder! Und was muss ich hören: 4160g. Alter Verwalter! Habe ich doch glatt an zehn Tagen 240g zugenommen! Und eigentlich sind es ja noch mehr – ich habe bei der Geburt 3920g gehabt, dann ein wenig abgenommen. Wie viel, weiß ich gar nicht mehr. So oder so ist Monika sehr zufrieden mit mir und mit der Mama. Meine gute Gewichtszunahme kommt von der guten Muttermilch. Die ist für mich ideal – und ich mag sie auch wirklich gerne. Soo lecker!

Denn geht es wieder mit dem Kinderwagen raus. Es regnet heute nicht, ist aber ein bisschen frischer. Aber ich bin ja warm eingepackt und der Kinderwagen ist auch richtig gut: kuschelig, warm, wenig schaukelig.

Elfter Tag

Heute haben wir einen Ausflug mit dem Kinderwagen gemacht – im Regen! Das fand ich aufregend, da die Regentropfen sich auf der Regenhaube interessant angehört haben. Wir waren erneut bei Oma und Opa. Die freuen sich immer mich zu sehen!

Ansonsten lief der Tag „normal“. Sprich: trinken, schlafen, Windeln tauschen. Abwechslungsreich klingt das nicht, aber ich soll es genauso machen um schnell groß und stark zu werden wie Papa! Und es stört mich auch nicht wirklich. Noch bin ich eh zu klein um z.B. Unsinn machen zu können oder draußen auf dem Trampolin zu hüpfen.

Monika hat mich heute wieder nicht gewogen. Ich meine aber, dass sie sehr zufrieden ist mit meiner Entwicklung. Auch der Mama geht es jeden Tag besser. Die anfänglichen „Anlaufschwierigkeiten“ sind behoben bzw. beseitigt und der Alltag hat uns eingeholt und gibt uns Sicherheit.

Mama wäscht mich heute. Meine Nabelschnur hat Monika heute entfernt. Somit kann mich Mama viel einfacher wickeln, weil die nervige Klammer um mein Nabelende jetzt weg ist. Und eben auch das Waschen geht einfacher, weil man nicht auf die Klammer achten muss.

Der Tag geht schnell rum. Liegt sicher auch daran, dass ich nach wie vor viel schlafe.