3. Woche

Was soll ich sagen? Ich bin wunderbar umsorgt und fühle mich total wohl. Ich beginne damit, immer häufiger Geräusche von mir zu geben. Reden kann man das noch nicht nennen, aber ich antworte auf meine Art und Weise auf meine Umwelt. Ab und an „quiecke“ ich, ab und an „grunze“ ich, aber am häufigsten mache ich so „haha“ „lala“ und ähnliche Geräusche. Ich brauche auch noch gar nicht reden zu können – Mama versteht mittlerweile sehr gut was ich brauche.

Immer häufiger bewege ich mich nun auch – vor allem mein Kopf. Den hebe ich ab und an und ich bin schon richtig kräftig, wenn es darum geht, zu strampeln oder Mamas, Papas oder Melikes Finger zu halten. Auch hebe ich immer häufiger meinen Kopf. Nicht nur häufiger, sondern auch ziemlich lange. So kann ich mich besser umschauen 😉

Auch bin ich jetzt viel visueller – meine Augen habe ich nun meist ziemlich weit geöffnet. Ich sehe zwar weiterhin nur alles verschwommen und auch nur auf kurze Distanz aber ich denke auch, dass so mein Sehvermögen trainiert wird, damit ich ganz schnell auch meine Mitmenschen nicht nur am Geruch und an der Stimme, sondern auch anhand des Aussehens erkennen kann. Und es gibt ja noch sooo viel mehr zu entdecken!

Nachts schlafe ich nicht mehr so viel. Tagsüber dagegen schon. Irgendwie muss man ja auf seine Ruhestunden kommen 🙂 Meine Verdauung macht mir allerdings noch Probleme. Wobei ich gar nicht genau weiß, ob die Probleme macht. Aber ich habe immer noch einen sehr hohen Durchsatz an Windeln.

Wir haben mittlerweile auch schon ein paar mal den Strand besucht. Ich fand das Geräusch vom Wasser, den vielen Menschen und dem Wind offensichtlich so ermüdend, dass ich im Grunde die ganze Zeit geschlafen habe. Mama hat mich ab und an geweckt, sodass ich trinken konnte. Trinken ist ja sehr wichtig, wenn es so warm ist! Geweckt zu werden finde ich aber nicht so toll. Ich bin schon ein wenig morgenmuffelig.

Diese Woche bin ich auch um eine Erfahrung reicher: das erste Mal baden! So ganz geheuer war mir das allerdings nicht, muss ich gestehen. Aber es fühlte sich auch nicht unangenehm an. Irgendwie hat es Erinnerungen in mir geweckt. Woher kenne ich das Gefühl nur?
Naja – so oder so war ich danach auf jeden Fall mal wieder so richtig sauber. Und so frisch gewaschen riecht man ja auch gleich mal anders – ich glaube Mama und Papa fanden das toll.

Immer wieder legt mich Mama auf das Stillkissen. Und zwar mit dem Bauch nach unten. Dann kann ich meine Umgebung mal aus einer anderen Perspektive betrachten, außerdem kann ich meine Muskeln im Nacken trainieren. Meinen Kopf kann ich nämlich schon richtig gut anheben!

Dreizehnter und vierzehnter Tag

So, die zwei Wochen sind voll(bracht). Leider kann ich diesmal keine statistischen Daten liefern: Das Wiegen fand diese Woche nicht statt. Dafür wurde ich von Mama noch mal Fieber gemessen – aber da ist alles im grünen Bereich. Ansonsten ist es im Grunde wie immer: trinken, scheißen, schlafen. Nee halt, stimmt nicht ganz: Ich werde immer aufmerksamer, und in den Wachphase schaue ich mich viel interessierter um. Wobei mein Sehvermögen ja wirklich noch ziemlich eingeschränkt ist. Ich kenne es ja noch nicht, wie es „richtig“ sein soll, aber wenn das alles ist, was ich im Moment sehe… dann sehe ich das verschwommen :). Dafür stärke bzw. trainiere ich meine anderen Sinne! Ich höre aufmerksam zu und reagiere schon gut auf Mamas Stimme. Ich weiß ja, dass es da immer was zu trinken gibt!

Ich war auch mal wieder auf einem Ausflug! Ich war mit Mama und einer Freundin das erste Mal am Strand. Von dem hab ich aber nicht viel mitbekommen. Lag ja gemütlich in meinem Kinderwagen. Von den Geräuschen her zu urteilen mag ich den Strand jetzt schon! Und ich kann es kaum erwarten im Sand zu spielen. Das muss aufregend sein – so herumzuwühlen und Sandburgen zu bauen.

Abends werde ich oft ein wenig unruhiger. Vielleicht, weil ich mich dann nicht mehr so umschauen kann und es so ruhig ist. Ich sammle gerne neue Eindrücke.
Vielleicht aber auch einfach nur, weil es da nicht mehr alle halbe Stunde / Stunde was zu trinken gibt. Leider hat ja die Hebamme gesagt, dass achtmal am Tag genug ist. Ts! Was hat die eine Ahnung davon was mir guttut? Ich will mehr!

Zwölfter Tag

Ich wache heute Morgen auf und Mama legt mich in ihr Bett. Das finde ich auch extrem kuschelig und bald darauf kommt auch Melike dazu. Sie kuschelt mich auch oft und ich liebe das! Papa kommt nach dem Duschen auch noch dazu. So liegen wir alle vier in einem Bett! Das ist zwar etwas eng, aber auch ganz toll!

Heute kommt Monika nach dem Frühstück. Genauer gesagt, nach meinem dritten 🙂 Das erste gab’s im Bett der Mama, dann zweimal unten auf der Couch. Und bis Monika kommt, habe ich bestimmt vier Windeln vollgemacht. Mein „Durchsatz“ ist wirklich gut. Monika sagt, ich bin ein Stoffwechselkind. Aha. Und was bedeutet das? Sie sagt, dass ich als Baby viel trinken, schlafen und kacken werde. Hm. Ja, das wusste ich bereits 😉

Sie wiegt mich heute endlich wieder! Und was muss ich hören: 4160g. Alter Verwalter! Habe ich doch glatt an zehn Tagen 240g zugenommen! Und eigentlich sind es ja noch mehr – ich habe bei der Geburt 3920g gehabt, dann ein wenig abgenommen. Wie viel, weiß ich gar nicht mehr. So oder so ist Monika sehr zufrieden mit mir und mit der Mama. Meine gute Gewichtszunahme kommt von der guten Muttermilch. Die ist für mich ideal – und ich mag sie auch wirklich gerne. Soo lecker!

Denn geht es wieder mit dem Kinderwagen raus. Es regnet heute nicht, ist aber ein bisschen frischer. Aber ich bin ja warm eingepackt und der Kinderwagen ist auch richtig gut: kuschelig, warm, wenig schaukelig.

Elfter Tag

Heute haben wir einen Ausflug mit dem Kinderwagen gemacht – im Regen! Das fand ich aufregend, da die Regentropfen sich auf der Regenhaube interessant angehört haben. Wir waren erneut bei Oma und Opa. Die freuen sich immer mich zu sehen!

Ansonsten lief der Tag „normal“. Sprich: trinken, schlafen, Windeln tauschen. Abwechslungsreich klingt das nicht, aber ich soll es genauso machen um schnell groß und stark zu werden wie Papa! Und es stört mich auch nicht wirklich. Noch bin ich eh zu klein um z.B. Unsinn machen zu können oder draußen auf dem Trampolin zu hüpfen.

Monika hat mich heute wieder nicht gewogen. Ich meine aber, dass sie sehr zufrieden ist mit meiner Entwicklung. Auch der Mama geht es jeden Tag besser. Die anfänglichen „Anlaufschwierigkeiten“ sind behoben bzw. beseitigt und der Alltag hat uns eingeholt und gibt uns Sicherheit.

Mama wäscht mich heute. Meine Nabelschnur hat Monika heute entfernt. Somit kann mich Mama viel einfacher wickeln, weil die nervige Klammer um mein Nabelende jetzt weg ist. Und eben auch das Waschen geht einfacher, weil man nicht auf die Klammer achten muss.

Der Tag geht schnell rum. Liegt sicher auch daran, dass ich nach wie vor viel schlafe.

Zehnter Tag

Na, heute läuft es fast in gewohnten Bahnen. Morgens Milch, Windeln und Melike wecken. Dann ab in die Schule und erneut Milch und Windeln. Dann geht es mit Mama in die Stadt. Ich glaube, sie braucht frische Windeln…

Dann kommt die Hebamme wieder. Ich glaube, sie heißt Monika. Ich finde ihre Stimme sehr beruhigend. Ob ich wieder gewogen werde? Nein, heute nicht! Ich schlafe und man bzw. Frau, will mich nicht wecken. Das finde ich sehr nachsichtig.

Da es heute regnet, findet heute kein so großes Programm statt. Daher schlafe ich viel, trinke und mache auch ordentlich viele Windeln durch. Wir gehen derzeit früh ins Bett, was mir sehr gelegen kommt. Ich habe ja auch erwähnt, dass ich in der Nacht sehr gut schlafe. In der Regel werde ich zweimal nachts gefüttert. Das reicht mir auch da ich tagsüber viel und sehr oft trinke.

Neunter Tag

Oder: schon wieder was Neues?

In der Nacht habe ich mir einen fetten Schnitzer erlaubt: Mama hat mich ausgezogen und wollte mir eine frische Windel anlegen. Weil ich meist nach dem Kack noch einen nachlege, massiert sie mir den Bauch und bewegt meine Beine als ob ich Luftfahrrad fahre. Das regt meist meine Verdauung noch mal an und ich kann noch mal. Diesmal mache ich einen kleinen „Warnschuß“ in Form eines Pups und dann schieße ich wie eine Rakete eine fette Ladung raus! Leider geht diese im Bogen über´s gesamte Bett. Ich glaube Mama habe ich auch erwischt 🙁 Sorry aber das musste raus!
Mama hat jetzt doppelt Stress: ich brauche frische Klamotten und sowohl sie als auch das Bett! Mei da ist was los!

Am Morgen wache ich auf und Mama legt mich wieder auf die Decke im Bad. Sie duscht immer morgens und macht sich schick. Eigentlich braucht sie sich nicht schick zu machen. Ich finde sie frisch geduscht voll mega!

Dann legt mich Mama bei Melike ins Bett und weckt sie ganz sanft. Melike freut sich riesig mich zu sehen und knuddelt mich ganz lieb. Und streicheln tut sie mich…ahhh herrlich. Melike, Mama und ich gehen dann runter. Papa hat glaube ich Frühstück gemacht. Zumindest die Brotbox gerichtet und Melike das Brot gemacht. Und es riecht nach Kaffee – den Geruch mag ich jetzt schon. Mei was freu ich mich jetzt schon auf meinen ersten Schluck Kaffee!

Dann kommt das übliche Prozedere: mich in den MaxiCosi, alle anderen anziehen und Schuhe an. Melike zieht einen Schulranzen über, dann geht es raus zum Bus. Aber ich habe es ja bereits erwähnt: ich schlafe direkt ein, kaum dass der Motor läuft. Es geht wieder zur Schule und zurück.

Ich wachte zu Hause auf. Dann wieder trinken und frische Windel – ich glaube ich habe einen richtig guten Windeldurchsatz. Die Windelhersteller mache ich auf jeden Fall glücklich 🙂

Die Frau ist heute wieder da – ich glaube es ist die Hebamme. Sie wiegt mich heute endlich wieder! ich habe tatsächlich wieder 80g zugelegt! Jeden Tag 40g! Huiii – wenn das so weiter geht, habe ich bald den Papa eingeholt 😉

Nachdem wir Melike gegen Mittag wieder abgeholt haben, kommt zu Hause der Papa von Melike zu Besuch. Die beiden planschen im kleinen Aufblaspool (Anmerkung der Redaktion: ein Einhorn mit Flügeln!) und dann gibt´s Kaffee und Kekse. Ich liege faul im Kinderwagen und genieße einfach das herrliche Wetter und die Geräusche von den Vögeln und was sonst so an meine Öhrchen kommt.
Papa zieht los – ich meine gehört zu haben, dass er an den Strand geht. Was ist denn bitte ein „Strand“?? Ist das lecker? Kann man das in den Mund nehmen? Na, ich bin mir sicher ich werde es früh genug erfahren.

Am Abend gehe ich mit Melike und Mama etwas früher nach oben. Mama und Melike schauen noch fern aber das interessiert mich null. Ich habe im Moment mit mir alleine noch genug zu tun.

Achter Tag

Oder: was steht heute Neues an??

Wie gewohnt wache ich auf, bekomme eine frische Windel und darf trinken. Melike ist mit Papa in der Küche und frühstücken. Müssen die mir alles nachmanchen?
Ich komme wieder in den MaxiCosi und wir bringen erneut meine Schwester in die Schule. Aber auch dieses Mal schaffe ich es nicht ohne einzuschlafen. Ich bin nach dem Trinken einfach zu müde und es ist auch einfach zu toll dieses Schlafen… Naja. Nachdem wir wieder zu Hause sind, wache ich auf. Ich erkenne mein Zuhause bereits am Geruch. Der ist mir jetzt schon vertraut und ich fühle mich in vertrauten Umgebungen sofort wohl. Mama duscht und legt mich im Badezimmer auf eine Decke. Hier kann ich mir endlich mal in Ruhe das Bad anschauen. Klein, fein, gemütlich – Toll!

Papa ist glaube ich nach oben gegangen. Mama sagt, der muss arbeiten. Was ist das denn: Arbeit? Muss ich das auch mal?

Mama packt mich wieder in den Kinderwagen. Das bedeutet wohl es geht heute noch mal zu Fuß raus! Yuhu!! Das Wetter ist heute wieder mega – da freu ich mich doch doppelt drauf!
Soweit ich das mitbekomme, geht es zum Einkaufen. Aber in den Laden will mich Mama nicht mitnehmen. Daher erwartet mich bereits Oma vor dem Laden und schiebt mich zu deren Zuhause. Es dauert aber nicht lange, da kommt Mama wieder vorbei und nimmt mich mit nach Hause. Ich darf aber noch im Kinderwagen bleiben. Mama setzt sich mit mir auf die Terrasse – ich mag das draußen und es gibt so tolle Geräusche hier! Vögel, Wind und ab und an auch mal ein Auto aus der Ferne. Schreckhaft bin ich in punkto Geräusche (noch) nicht. Aber Berührungen „aus dem nichts“ finde ich manchmal komisch. Das kommt wohl von dem Rumgepickse im Krankenhaus. Das mochte ich nun wirklich gar nicht!

Am Abend grillen wir – ich bin durch den Geruch etwas irritiert aber ich glaube das schmeckt allen prima. Mal sehen wie nachher die Milch schmeckt 😉

Ich bekomme noch mal was zu trinken, wie üblich werde ich noch mal frisch gewindelt und dann geht es hoch zu Mama ins Schlafzimmer. Nachtruhe!

Siebter Tag

Oder: mein erster Ausflug

Mein Start in den Morgen läuft wieder wie geschnitten Brot. Ich wache auf und darf erst mal wieder trinken. Mama hat schon geduscht und riecht sehr gut.

Ich komme dann runter und werde in einen MaxiCosi gepackt. Papa schaukelt mich kurz und ich nicke ein. Wir bringen meine Schwester zur Schule – aber das verpenne ich komplett. Autofahren und MaxiCosi ist offensichtlich super für mich.

Als wir wieder zurück, sind bekomme ich wieder zu Trinken. Ich trinke oft am Tag. Und was rein geht, kommt auch wieder raus. Habe ich schon erwähnt, dass ich einen guten „Durchsatz“ habe? Gerne lasse ich es auch noch mal laufen nachdem ich frische Windeln anhabe. Ist ja auch viel toller in so eine frische Windel rein zu machen. Dann werde ich gleich mal gewaschen und liege auf dem Wickeltisch unter der Wärmelampe. Das ist richtig kuschelig. Mama ist kurz weg und Papa schaut mich die ganze Zeit an – ich finde aber die Wand viel interessanter 😉

Mama kommt recht schnell wieder und ich höre schon die Frau, die gestern schon da war. Die wiegt mich heute wieder: 3940 Gramm. Habe ich doch glatt 20 Gramm zugelegt! Muss ich jetzt Sport machen oder ist das gut so?
Nach dem Wiegen werde ich angezogen und bekomme heute wieder so stylische Klamotten an. So sehe ich fast wie ein Seemann aus! Herrlich. Dann gehen wir runter und ich darf bei Mama auf der Brust/Schulter liegen. Von hier aus habe ich eine guten Blick auf den Garten. Was ist das auch heute für ein Wetter!!

Die Frau ist bald wieder weg und Mama legt mich in den Kinderwagen. Offensichtlich geht es heute raus! Das finde ich ganz toll und es ist heute auch so schön warm und sonnig! Genau das richtige Wetter zum Flanieren. Unser Ausflug ist nur kurz, aber wir treffen Fiete – das ist ein Nachbar aus der anderen Reihe (Anmerkung der Redaktion: hier gibt es zwei Reihen – Reihenhäuser. Fiete ist uns über den Garten gegenüber und wohnt direkt bei der Schaukel). Der ist schon älter aber furchtbar lieb. Wir treffen später im Garten noch Hans und Erika. Das sind unsere direkten Nachbarn, die im Haus links von uns wohnen. Die sind auch schon was älter, aber die finden mich auch total süß. Und vor allem leise – sie sagen, dass sie mich noch gar nicht gehört haben. Naja, das kann man(n) ändern 🙂

Nachdem ich den Vormittag recht oft wach war, bin ich am Nachmittag etwas schläfriger. Ich glaube, Mama, Papa und Melike finden das gar nicht so blöd. Melike und Papa sind dann aber mal weg und Mama nimmt mich erneut mit dem Kinderwagen raus. Ich glaube, Mama findet das auch genauso gut wie ich! Wir gehen zum Einkaufen. Ich werde aber vor dem Laden von Oma in Empfang genommen und die geht mit mir noch ein wenig weiter. Dann kommt Mama wieder und es geht wieder nach Hause. Den halben Weg habe ich aber erneut verpennt. Das Schlafen ist einfach zu toll!

Am Abend wird hier gegrillt. Das riecht aber lecker! Ich bin mal gespannt wie das nachher bei Mama schmeckt.

Nach viel Schlaf, einigen Windeln und jede Menge zu Trinken gehen wir alle in Bett. Es war ein wirklich schöner Tag. Hoffentlich wird das Wetter morgen auch wieder so toll!

Unser Garten – das zweite Haus von links ist das von Fiete. Den habe ich ja bei der ersten Fahrt mit dem Kinderwagen getroffen. Links ist der Garten von Hans und Erika und recht der von Dieter und Regina. Die kenne ich aber bisher noch nicht.
Man erkennt im umrandeten Bildbereich unten an den Bäumen das Trampolin von Melike – da will ich später auch mal drin hüpfen. Mam sagt bis dahin gibt es aber ein Neues!

Sechster Tag

Oder: wie fühlt es sich Zuhause an?

Als ich aufwache, bekomme ich erst mal zu trinken. Dann geht es wieder runter ins Wohnzimmer und Papa nimmt mich auf den Arm. Nach kurzem Kuscheln legt mich Papa wieder in meine Decke mit den Rollen rundherum auf das Sofa. Hier chille ich und erkunde weiter meine Umgebung.

Es dauert auch gar nicht lange und meine Schwester ist wieder da! Sie begrüßt mich immer so lieb und spricht mit mir was ich total mag. Habe ich bereits gesagt, dass ich ihre Stimme sehr leiden kann?

Heute passiert schon wieder was, was ich nicht kenne! Auf einmal ist eine mir noch unbekannte Frau gekommen. Noch höre ich nur ihre Stimme. Sie redet ganz viel mit Mama. Dann hebt mich Mama von meiner Decke und legt mich auf das Sofa und ich protestiere dagegen! Ohne mein Kuscheldecke gefällt mir das gar nicht! Aber dann streichelt mich die Frau. Dadurch komme ich wieder zur Ruhe. Sie zieht mich erst mal aus und macht meinen Bauchnabel bzw. die Nabelschnur sauber. Das wiederrum gefällt mir nicht so und ich lasse sie das auch wissen. Zum Glück geht das aber schnell und sie zieht mir eine frische Windel an. Dann komme ich in eine andere Decke und werde in dieser hochgehoben – ich glaube die wiegen mich gerade! Anscheinend wiege ich 3920 Gramm. So viel wog ich doch zur Geburt schon – ist das jetzt gut so?! Ich glaube schon, da Mama und die Frau ein sehr zufriedenes Gesicht machen.

Dann werde ich wieder angezogen und von allen Seiten begutachtet. Was die wohl von mir hält? Zum Glück kann ich dann wieder in meine Decke und ich schlafe auch ziemlich schnell wieder ein. Sowieso bin ich heute recht müde und schlafe was das Zeug hält! Den Besuch einer weiteren Frau bekomme ich gar nicht richtig mit. Die werde ich bestimmt an einem anderen Tag noch mal wiedersehen. Da mach ich mir gar kein Stress und bleib einfach liegen. Als ich dann Hunger habe, darf ich auch wieder an die Brust, aber bekomme aus den Augenwinkeln die Frau mit. Ich glaube, ich habe die beiden Stimmen noch eine ganze Weile gehört. Auch die von meiner Schwester und von Papa. Zum Wachsein habe ich aber heute nicht recht Bock und penne einfach. Bis zum Abend mache ich auch nix anderes außer Trinken und Schlafen. Zu mehr bin ich heute nicht zu gebrauchen.

Fünfter Tag

Oder: jetzt geht es endlich Heim!

Ich bin jetzt schon so richtig fit! Und mit der Mama klappt das richtig toll. So langsam habe ich den Dreh raus wie man an der Brust saugen muss. Ein wenig bin ich noch verwirrt. Ich bekomme keine Flasche mehr und so brauche ich etwas Überredungskünste von der Mama, damit ich weiß, wo ich saugen soll. Aber meine Intuition leitet mich da auch total richtig.

Heute geht es leider noch mal zu einer Untersuchung. Mama sagte was von U2. Die Band?? Nee, die kenne ich ja noch gar nicht 😉
Aber die Untersuchungen finde ich total doof. Vor allem das Picksen ist echt unnötig – lautstark protestiere ich dagegen! Zum Glück ist Mama dabei, daher weiß ich, dass das okay ist. Auf dem Zimmer angekommen dauert es ein wenig, aber ich schlafe wieder ein. Als ich aufwache ist meine Schwester wieder da! Ich habe sofort ihre Stimme erkannt. Und Papa ist auch mit dabei. Mama setzt sich auf die Fensterbank und nimmt mich auf den Schoß – so kann ich meine Schwester viel besser sehen. Das interessiert mich total wie sie ausschaut. Dann habe ich aber noch mal Hunger – und Mama kommt ihrer Pflicht nach. Dann brauche ich noch eine Weile bis ich einschlafe. Das ist meist so. Ich schaue mich dann noch um und erkunde meine Umgebung. Oder ich habe die Augen zu und blubbere vor mich hin. Mit den Händen und Füßen weiß ich ja auch noch nicht so genau umzugehen und bewege sie daher in alle Himmelsrichtungen. Wenn ich die Beine langsam an den Körper ziehe und sehr ruhig werden, dann schlafe ich ein.

Ich schlafe noch, aber ich merke dass da wieder was Neues passiert. Ich bewege mich so komisch. Es brummelt unter meinem Hintern, aber es dauert auch nicht lange. Dann wache ich das erste Mal zu Hause auf! Es ist etwas kälter als in der Klinik, aber ich finde es mega spannend! Ich brauche ein wenig mich zu orientieren und ich bin auch ein wenig gestresst. Meine Schwester ist furchtbar lieb zu mir, aber die ungewohnte Umgebung macht mich nervös. Zum Glück ist Mama da! Es dauert auch nicht lange da bekomme ich neue Klamotten an. Die alten habe ich eingesaut…. Ich hab halt noch keine Kontrolle über meinen Körper – das wird sicher auch noch ein paar Mal passieren (Anmerkung der Redaktion: an diesem Tag gleich zwei Mal).

Nach ein wenig Zeit habe ich mich aber beruhigt und bekomme auch wieder zu trinken. Und was muss ich sagen: es läuft -im wahrsten Sinne des Wortes- jedes Mal besser! Ich werde richtig satt und muss sogar ab und an lauter schlucken. Das war bisher eher unauffällig.
Während Mama mich noch auf dem Arm hat, essen meine Schwester und Papa etwas und der Fernseher läuft. Aber Mama will auch was essen und ich komme zu Papa auf den Arm. Das gefällt mir auch sehr und ich schlafe fast ein.

Dann legt mich Papa in so ein tolles Ding. Scheint selbst genäht und hat rund um mich herum eine tolle Rolle. Da kann mir gar nix passierten. Ich schaue mich fleißig in meiner neuen Umgebung um, und meine Schwester ist fast die ganze Zeit bei mir. Nur wenn ich zu laut werde, dann geht sie auch mal raus.

Ich merke, wie es dunkler wird und ich glaube, Mama und meine Schwester sind weg. Der Papa ist aber noch bei mir. Meine Augen werden schwer und ich schlafe direkt wieder ein. Das ist eh meine zweit liebste Beschäftigung. Nach trinken 🙂 Dann kommt Mama wieder und Papa trägt mich Treppen hoch. Was ist denn hier? Ahhh – das Schlafzimmer! Ich komme erst Mal in mein Bettchen – das steht direkt neben Mamas Bett. Und es gefällt mir super!

Ind er Nacht muss ich zwei Mal von meiner Mama geweckt werden, weil ich trinken soll. Ich brauchte ein wenig, um wach zu werden, aber auf Trinken habe ich total Bock und hau auch richtig rein. Ich will ja groß und stark werden! Auch in der Nacht schlafe ich nicht sofort wieder ein. Papa legt mich beim ersten Mal Trinken in mein Bett und ist immer zur Stelle, wenn ich lauter werde. Mama macht das beim zweiten Mal. Und sie ist eh immer da, wenn ich lauter bin. Das hat sie im Krankenhaus auch schon immer gemacht.