Fünfter Tag

Oder: jetzt geht es endlich Heim!

Ich bin jetzt schon so richtig fit! Und mit der Mama klappt das richtig toll. So langsam habe ich den Dreh raus wie man an der Brust saugen muss. Ein wenig bin ich noch verwirrt. Ich bekomme keine Flasche mehr und so brauche ich etwas Überredungskünste von der Mama, damit ich weiß, wo ich saugen soll. Aber meine Intuition leitet mich da auch total richtig.

Heute geht es leider noch mal zu einer Untersuchung. Mama sagte was von U2. Die Band?? Nee, die kenne ich ja noch gar nicht 😉
Aber die Untersuchungen finde ich total doof. Vor allem das Picksen ist echt unnötig – lautstark protestiere ich dagegen! Zum Glück ist Mama dabei, daher weiß ich, dass das okay ist. Auf dem Zimmer angekommen dauert es ein wenig, aber ich schlafe wieder ein. Als ich aufwache ist meine Schwester wieder da! Ich habe sofort ihre Stimme erkannt. Und Papa ist auch mit dabei. Mama setzt sich auf die Fensterbank und nimmt mich auf den Schoß – so kann ich meine Schwester viel besser sehen. Das interessiert mich total wie sie ausschaut. Dann habe ich aber noch mal Hunger – und Mama kommt ihrer Pflicht nach. Dann brauche ich noch eine Weile bis ich einschlafe. Das ist meist so. Ich schaue mich dann noch um und erkunde meine Umgebung. Oder ich habe die Augen zu und blubbere vor mich hin. Mit den Händen und Füßen weiß ich ja auch noch nicht so genau umzugehen und bewege sie daher in alle Himmelsrichtungen. Wenn ich die Beine langsam an den Körper ziehe und sehr ruhig werden, dann schlafe ich ein.

Ich schlafe noch, aber ich merke dass da wieder was Neues passiert. Ich bewege mich so komisch. Es brummelt unter meinem Hintern, aber es dauert auch nicht lange. Dann wache ich das erste Mal zu Hause auf! Es ist etwas kälter als in der Klinik, aber ich finde es mega spannend! Ich brauche ein wenig mich zu orientieren und ich bin auch ein wenig gestresst. Meine Schwester ist furchtbar lieb zu mir, aber die ungewohnte Umgebung macht mich nervös. Zum Glück ist Mama da! Es dauert auch nicht lange da bekomme ich neue Klamotten an. Die alten habe ich eingesaut…. Ich hab halt noch keine Kontrolle über meinen Körper – das wird sicher auch noch ein paar Mal passieren (Anmerkung der Redaktion: an diesem Tag gleich zwei Mal).

Nach ein wenig Zeit habe ich mich aber beruhigt und bekomme auch wieder zu trinken. Und was muss ich sagen: es läuft -im wahrsten Sinne des Wortes- jedes Mal besser! Ich werde richtig satt und muss sogar ab und an lauter schlucken. Das war bisher eher unauffällig.
Während Mama mich noch auf dem Arm hat, essen meine Schwester und Papa etwas und der Fernseher läuft. Aber Mama will auch was essen und ich komme zu Papa auf den Arm. Das gefällt mir auch sehr und ich schlafe fast ein.

Dann legt mich Papa in so ein tolles Ding. Scheint selbst genäht und hat rund um mich herum eine tolle Rolle. Da kann mir gar nix passierten. Ich schaue mich fleißig in meiner neuen Umgebung um, und meine Schwester ist fast die ganze Zeit bei mir. Nur wenn ich zu laut werde, dann geht sie auch mal raus.

Ich merke, wie es dunkler wird und ich glaube, Mama und meine Schwester sind weg. Der Papa ist aber noch bei mir. Meine Augen werden schwer und ich schlafe direkt wieder ein. Das ist eh meine zweit liebste Beschäftigung. Nach trinken 🙂 Dann kommt Mama wieder und Papa trägt mich Treppen hoch. Was ist denn hier? Ahhh – das Schlafzimmer! Ich komme erst Mal in mein Bettchen – das steht direkt neben Mamas Bett. Und es gefällt mir super!

Ind er Nacht muss ich zwei Mal von meiner Mama geweckt werden, weil ich trinken soll. Ich brauchte ein wenig, um wach zu werden, aber auf Trinken habe ich total Bock und hau auch richtig rein. Ich will ja groß und stark werden! Auch in der Nacht schlafe ich nicht sofort wieder ein. Papa legt mich beim ersten Mal Trinken in mein Bett und ist immer zur Stelle, wenn ich lauter werde. Mama macht das beim zweiten Mal. Und sie ist eh immer da, wenn ich lauter bin. Das hat sie im Krankenhaus auch schon immer gemacht.

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