Es wird deutlich kälter – das merke ich spätestens, wenn es herausgeht. Ich werde immer mehr „eingepackt“. Ich habe mehrere echt schicke Anzüge die mich kuschelig warm halten. Und ein Schaffellschlafsack der in meinem Kinderwagen liegt. Darin fühle ich mich pudelwohl 🙂
Im Wohnzimmer haben Mama und Papa eine tolle Lichterkette aufgehängt. Und draußen am Fahrradhäuschen ebenfalls. In der Küche hat Mama einen tollen Stern an das Fenster gehängt. Toll wie das alles leuchtet und funkelt! Ganz spannend finde ich auch die Installation im Flur. Da hat Mama zuerst einen großen Ast an das Treppengeländer gemacht und diesen dann toll dekoriert. Der Ast hat auch Lichterketten und dient jetzt noch als Adventskalender für meine Schwester. Da hängen tolle Geschenke dran! Bekomme ich da auch was ab?
Seit ein paar Tagen bin ich mit Mama alleine. Wir sind von Papa nach Lübeck gebracht worden. Hätte ich gewusst, dass ich Miki und Papa so lange nicht mehr sehe, hätte ich mich bestimmt von Ihnen verabschiedet…
Ich bin mit Mama in einem riesigen Krankenhaus. Mit Mama teile ich ein winziges Zimmer aber ich kann, wie Zuhause, auch direkt neben Mama schlafen.
Ich werde an ganz vielen, leider nervigen, Kabeln angeschlossen und fast ständig piepst es. Das macht mich nervös und unruhig. Denn kommen auch immer wieder fremde Leute ins Zimmer. Ab und an werde ich untersucht. Keine Ahnung was die wollen aber ich habe ja Mama. Solange die dabei ist, kann es nichts Schlimmes sein.
Dann kommt aber jemand den ich kenne: Kathrin – meine Patentante (Anmerkung von Papa: sie arbeitet im UKSH). Das ist toll. Endlich mal wieder jemand der mich auf den Arm nimmt und mit mir spielt. Nicht, dass es mit Mama langweilig ist aber ich liebe Abwechslung und Neues. Da fahre ich total drauf ab! Neue Dinge schaue ich mir auch ganz genau an und drehe sie so, dass ich sie von allen Seiten betrachten kann. Man(n) muss ja schließlich wissen, was man da in der Hand hat! Wofür die Dinge gut sind, interessiert mich dagegen weniger. Spannend finde ich die Dinger die Mama und Papa immer wieder in der Hand halten. Die leuchten so schön und manchmal halten Mama und Papa sich die Dinger ans Ohr und sprechen da rein. Heute Abend kann ich Melikes und Papas Stimme hören und ich kann sie sogar in dem Ding erkennen! Aber die sind ja total winzig da drin? Und wie kommen die da rein? Am nächsten Morgen ist da sogar Oma drin! Haben die da überhaupt alle Platz indem kleinen Ding? Das kommt mir ein wenig komisch vor und ich fange mal zur Sicherheit an zu weinen. Man weiß ja nie! Und ich mag Oma, Melike und Papa lieber in groß! So klein können die mich ja gar nicht mehr auf den Arm oder Schoß nehmen!
Die Nächte hier sind doof. Dieses ständige gepiepse geht mir voll auf den Zeiger! Ich schlafe nicht gut und muss oft heulen. Ich will nach Hause! Und Mama auch. Endlich wieder mit allen im Wohnzimmer spielen, kuscheln und chillen – ach herrlich! Alleine der Gedanke beruhigt mich wieder. Hoffentlich geht es bald nach Hause.
Aber eines finde ich doch toll: mein rechtes Auge hatte ja so eine dicke Stelle… die scheint weniger zu werden. Mama sagt auch, dass sie nicht mehr so blau aussieht. Aber ich schaue selten in den Spiegel und eigentlich nervt mich auch mehr die Schwellung. Wie gut, dass die weniger wird! Vielleicht ist dass der Sinn dieses Aufenthaltes?
Alles hat ein Ende und unser Aufenthalt im Krankenhaus zum Glück auch! So lange war es gar nicht. Mama packt alle Sachen ein und wir treffen Katrin noch zu einem Kaffee. Ich penne im Kinderwagen. Es war anstrengend…
Wir werden von Miki und Papa abgeholt und fahren in Lübeck noch in ein großes Geschäft zum Einkaufen. Es ist unter der Woche und somit nicht so viel los. Es ist immer ein wenig lustig, wenn die Erwachsenen und Miki sich diese Dinger vor den Mund machen. Das sieht komisch aus und ich erkenne das Lachen dann nicht mehr so gut. Nach dem Einkaufen geht es dann nach Neustadt zurück aber auf der Fahrt schlafe ich ganz schnell ein. Endlich wieder zu Hause!
Mein Auge fühlt sich jetzt schon wieder richtig gut an. Ich kann auch sogar wieder besser sehen. Vorher war mein Auge und somit mein Sichtfeld ja ein wenig eingeschränkt. Aber nun wird es jeden Tag besser. Aber mir ist jetzt etwas weniger warm. Ich habe eher kalte Hände und Füße. Daher zieht mich Mama auch wärmer an. Ich bekomme zum Beispiel immer zwei Paar Socken über die Füße. Die mag ich eh leiden. Ab und an spiele ich mit meinen Füßen und kaue an meinen Socken. An meinem Schneeanzug sind bereits Handschuhe dran. Die mag ich aber nicht wirklich. Da ich aber meist im Kinderwagen schlafe, stören sie mich nur in den kurzen Wachphasen. Aber meine Finger bleiben warm. Nur an den Wangen merke ich, dass es draußen durchaus kalt ist.
Eines Tages, ist im Wohnzimmer an der Terrassentüre eine ganze Reihe Geschenke aufgebaut. Wow! Ich bin überrascht! Und da ist auch was für mich dabei! Ich hatte mich den Tag zuvor schon gewundert, dass da auf einmal Schuhe stehen? Ich denke da besteht ein Zusammenhang! Die neue Zahnbürste mag ich richtig leiden. Die stecke ich mir gleich mal in den Mund und probiere mein zwei Beißerchen zu putzen. Lohnt sich noch nicht wirklich oder ich bin schnell fertig – kann man sehen wie man will 😉 Spaß Macht es.
So oder so nehme ich ganz viele Dinge in den Mund. Damit kann ich prima prüfen, was das ist. Neue Dinge mustere ich ganz genau. Saumäßig Interessant das alles! Ich hab zwar keinen Schimmer wofür die Sachen sind, aber das ist mir auch herzlich egal. Bei manchen Sachen kommt aber Mama, Papa oder Melike und nimmt sie mir weg. Meist, wenn ich sie im Mund hatte. Ich glaube, ich darf nicht alles in den Mund nehmen…
Auf jeden Fall habe ich ganz viel Spaß am Bewegen! Ich kann meine Füße anwinkeln und fast unter den Popo ziehen. Ab und an fällt das Wort „Frosch“ wenn ich das mache. Keine Ahnung, was ein „Frosch“ ist? Aber ich komme vorwärts. Nicht schnell, aber immerhin. Bis vor ein paar Wochen ging es bei mir nur rückwärts.
Am Abend bringt mich ab und an jetzt auch Papa ins Bett. Ich schlafe auf seinem Arm ein und wenn ich aufwache, liege ich in meinem Bettchen. Nachts schlafe ich aber nicht mehr so ruhig. Vielleicht liegt das an dem Zeug, was ich seit dem Krankenhaus in Lübeck immer bekomme. Dreimal am Tag! Aber immer, wenn ich aufwache, ist Mama oder Papa da. Meist die Mama. Die gibt mir dann auch gleich was zu trinken und ich schlafe dann auch meist gleich wieder ein.
Später im Dezember ist dann noch mal so ein interessanter Tag – naja eigentlich sind alle Tage interessant aber dieser ist so interessant, weil meine Eltern und Miki im Wohnzimmer neu dekorieren. Wir waren einen Tag zuvor im Wald und es wurden Stücke gesammelt. Die hat Papa mit meiner Hilfe dann mit einer Schnur (die habe ich für ihn festgehalten) zusammengebunden. Das sah dann aus wie eine Pyramide. Die hat Papa dann an die Wand gemacht. Und darunter hat Mama meine grüne Decke gelegt. Einen Tag später hat dann die Mama mit Miki die Pyramide an der Wand noch mit so Dingern dekoriert. Und eine Lichterkette drum herumgemacht. Und ganz oben an der Spitze hat Mama dann einen Leuchtstern befestigt. Insgesamt sieht das richtig klasse aus! Ich kann mich daran richtig satt sehen!
Miki hat eine Freundin aus der Nachbarschaft. Die sehe ich nicht so oft aber jetzt spielen die beiden jeden Tag miteinander. Die spielen immer draußen und ich würde da so gerne mitmachen! Meist bin ich drin auf dem Teppich. Mal auf dem roten vor der Terrasse, mal auf dem weißen vor der Couch. Jetzt bin ich auf dem roten und will Miki genau beobachten. Ich will so schnell als möglich zur Türe und entdecke dabei das krabbeln! Mama und Papa sind total aus dem Häuschen und freue sich ganz doll. Ich weiß gar nicht was die haben? Ich finde krabbeln noch etwas gewöhnungsbedürftig und so richtig sicher bin ich dabei noch nicht. Aber die kommenden Tage werde ich das perfektionieren. Man kommt einfach besser voran!
Alle anderen hier im Haus machen das mit den Beinen aber noch mal anders. Keiner krabbelt. Die laufen alle. Das scheint mir auch wirklich eine effiziente Art der Fortbewegung zu sein. Ich halte mich dazu gelegentlich an Gegenständen fest und ziehe mich hoch. Das ist aber noch ziemlich wackelig und ich falle ab und an um. Nicht immer ist Mama oder Papa zur Stelle um mich aufzufangen und dann dutze ich schon mal auf. Das ist leider alles andere als angenehm. Das Aufstehen wird aber dennoch weiter ausprobiert. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht auch noch schaffe.
Am Abend dann ist schöne Stimmung. Ich war noch mit Miki und Papa draußen. Wir sind noch mal um den Block gelaufen. Im Haus ist ganz wenig Licht aber der Baum leuchtet im Wohnzimmer. Wir gehen alle rein und es läuft schöne Musik. Und unter dem Baum sind ganz viele Dinge in tollen und schönen Verpackungen. Fast wie vor ein paar Wochen. Da hatten wir das ja schon mal. Ist da wieder was für mich dabei?
Oh ja! Und für Miki, die Mama und den Papa! Alle packen sie fleißig diese Dinge aus und freue sich darüber. Ich kann noch nicht so wirklich was damit anfangen aber das macht auch nichts. Ich finde es toll und habe meinen Spaß! Danach gibt es wieder was Leckeres zu Essen und dann bringt mich Papa ins Bett. Das macht er zurzeit immer häufiger. Er schaukelt mich auf dem Arm und je nachdem wie schläfrig ich bin, läuft er noch mit mir rum oder nicht. Meist bin ich bereits sehr müde und es dauert nicht lange.
Meine Mama hat mit dem Papa das Zimmer umgebaut! Jetzt steht mein Bett an einer anderen Stelle und es ist auch irgendwie geschrumpft. Na ja nicht wirklich aber die Matratze ist tiefer. Ich kann jetzt gar nicht mehr über den Rand schauen! Fies. Aber die neue Aufteilung im Zimmer finde ich toll. Gleich mal mehr Platz hier.

































